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Pflegesymposium 2019
3. Oktober 2019 | Congress Schladming
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Das Langenloiser-Modell 2.0. | PhDr. Dr. Cornel Binder-Krieglstein

Möglichkeiten und Grenzen der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Geriatrie

Seit über 10 Jahren arbeiten diverse Pflegeeinrichtungen nach dem Langenloiser Modell. Dieses versteht sich als die symbiotische Verbindung der Disziplinen Psychologie, Pflege und Medizin.

Warm, satt und sauber war einmal

War vor nicht allzu langer Zeit noch das Motto „warm, satt und sauber“ ein Richtmaß für adäquate Pflege, ist inzwischen klar, dass zum Wohlbefinden wesentlich mehr nötig ist. Die Notwendigkeit der angewandten Verbindung von Psychologie und Pflege kann schon durch den plausiblen Wunsch jedes Menschen nach umfassender Lebensqualität, Würde und ganzheitlicher, professioneller Betreuung belegt werden.

Eckpfeiler des Langenloiser Modells

Das psychologische Assessment bei der Aufnahme dient als Basis der weiteren Pflege und Betreuung. In einem diagnostischen Prozess werden der kognitive und emotionale Zustand erhoben und abgeleitet welche Maßnahmen, in Absprache mit der Pflege, gesetzt werden. Basierend auf dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel können so die AEDLs den jeweiligen Disziplinen zugeordnet werden – AEDL 1-8 liegen insbesondere im Aufgabenbereich der Pflege, 9-13 bei der Psychologie – durch eine Verflechtung kommt es zu einer optimalen Betreuung. Mitunter spielt auch die klinisch-psychologische Diagnostik eine Rolle, insbesondere bei Fragestellungen, die einer diffentialdiagnostischen Abklärung bedürfen. Der psychologische Behandlungsplan und der Erfolg der umgesetzten Maßnahmen wird in regelmäßigen interdisziplinären Besprechungen sowie der psychologischen Visite evaluiert.

Beitrag zum Symposium

In einem Case-Report wird ein Einblick in die gängige Praxis der interdisziplinären Arbeit gegeben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Patienten aus der Langzeitpflege mit besonderen Betreuungsindikationen – Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen wie auch Personen, die obdachlos waren oder Teile ihres Lebens in Haft verbracht haben. Neben den Ausführungen zur Umsetzung des Langenloiser Modells erfolgt auch die Demonstration eines Best-Practice-Beispiels, sowie das Aufzeigen der Grenzen der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Lebendige Geriatrie, die an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert ist, kann nur als kooperatives Projekt gelingen. In diesem Kontext ist es wünschenswert, dass die immer noch existierenden Vorbehalte zwischen den Disziplinen im Sinne gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung der jeweiligen fachlichen Beiträge zur ganzheitlichen und professionellen Betreuung pflegebedürftiger Menschen und in der gemeinsamen Umsetzung des Langenloiser Modells nachhaltig abgebaut werden könnten.

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